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Matterhorn-Aufstieg - Tipps für die Königstour der Alpen

Vorbereitung, Route und Realität - was der Weg auf den berühmtesten Gipfel der Schweiz verlangt.

Lesezeit7 Min
AutorMY MOUNTAIN Redaktion
Aktualisiert22.05.2026

Das Matterhorn ist der wohl berühmteste Berg der Welt und der Traum vieler Bergsteiger. Mit seinen 4’478 Metern und der unverkennbaren Pyramidenform über Zermatt im Wallis zieht es jedes Jahr Tausende an. Doch der Aufstieg gehört zu den anspruchsvollsten Hochtouren der Alpen und verlangt weit mehr als Begeisterung.

Die Routen auf den Gipfel

Der Normalweg führt über den Hörnligrat von der Hörnlihütte auf 3’260 Metern zum Gipfel. Die Tour umfasst rund 1’200 Höhenmeter im Auf- und Abstieg über kombiniertes Fels- und Eisgelände. Technisch bewegt sie sich durchgehend im zweiten bis dritten UIAA-Grad und ist an den heikelsten Passagen mit Fixseilen gesichert.

Daneben gibt es die schwereren Linien für erfahrene Alpinisten: den Liongrat von italienischer Seite (UIAA III bis IV), den Zmuttgrat (UIAA IV) und den extrem steilen Furggrat (UIAA IV+). Für nahezu alle, die den Berg zum ersten Mal versuchen, bleibt der Hörnligrat der einzig vertretbare Weg.

Entscheidend ist die Zeit. Die meisten Seilschaften übernachten in der Hörnlihütte und starten lange vor Sonnenaufgang, um Gipfel und Rückweg vor dem Nachmittag zu schaffen. Der Abstieg gilt als der gefährlichere Teil, weil Müdigkeit und Steinschlag zunehmen. Eine geführte Tour mit einem Zermatter Bergführer ist für die meisten der sicherste Weg auf den Gipfel.

Vorbereitung und ehrliche Selbsteinschätzung

Wer das Matterhorn ins Auge fasst, sollte über solide Erfahrung in Fels und Eis verfügen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition über viele Stunden sind Grundvoraussetzungen. Bewährt hat sich ein Trainingsaufbau über leichtere Viertausender wie das Breithorn oder das Allalinhorn, um sich an Höhe und Gelände zu gewöhnen. Wer mit dem Hochtourengehen erst beginnt, baut die nötige Routine am besten über die Grundlagen einer Gletschertour auf.

Sinnvoll ist ein Trainingsaufbau über rund drei Monate: mehrmals pro Woche Ausdauer, dazu regelmässig Kraft- und Rumpftraining sowie Klettereinheiten am Fels. Zur Ausrüstung gehören steigeisenfeste Bergschuhe, Steigeisen, Eispickel, Klettergurt, Helm, Handschuhe, Stirnlampe und wetterfeste Kleidung.

Die Akklimatisierung ist nicht zu unterschätzen. Mehrere Tage in der Höhe vor dem Versuch senken das Risiko der Höhenkrankheit deutlich. Genauso wichtig ist das Wetter: Nur bei stabiler Lage und trockenem Fels ist die Tour vertretbar. Die beste Saison reicht von Mitte Juli bis Anfang September. Die Anreise nach Zermatt erfolgt ausschliesslich per Bahn, denn der Ort ist autofrei. Wer ehrlich zu sich ist und nicht jeden Gipfeltag erzwingt, erlebt den Berg sicherer - und kommt wieder.