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Spektakuläre Höhenwege in den Schweizer Alpen

Von der Via Alpina bis zum Europaweg: zehn der schönsten Höhenwege durch die Schweizer Alpen, mit Etappen, Distanzen und Höhenangaben.

Lesezeit8 Min
AutorMY MOUNTAIN Redaktion
Aktualisiert18.04.2026

Die Schweiz ist ein Paradies für Wanderfreunde. Atemberaubende Alpenlandschaften, malerische Täler und majestätische Gipfel reihen sich zu Höhenwegen, die jeden Höhenmeter mit Aussicht belohnen. Wir stellen zehn der schönsten Routen vor, von bekannten Klassikern bis zu ruhigeren Geheimtipps. Egal ob erfahrener Bergsteiger oder ambitionierter Einsteiger, hier findet sich für jedes Niveau die passende Tour.

1. Via Alpina

Die Via Alpina ist der Klassiker unter den Schweizer Fernwanderwegen. In 20 Tagesetappen führt sie von Vaduz quer durch die nördlichen Alpen bis nach Montreux am Genfersee. Unterwegs überquert sie 14 Alpenpässe und durchwandert eine vielfältige Alpkultur mit reicher Flora und Fauna. Wichtige Zwischenetappen sind Linthal, Meiringen und Lenk. Die Route steht für intensives Bergwandern mitten durch die Bilderbuchwelt der Alpen.

2. Kesch-Trek

Der Kesch-Trek ist eine Rundtour in der Bergwelt von Graubünden, die meist in sechs, sportlich auch in vier Tagen begangen wird. Mit rund 2’800 Höhenmetern und überschaubaren Tagesdistanzen eignet er sich gut für konditionsstarke Einsteiger ins Mehrtageswandern. Der Weg führt durch hochalpines Gelände zwischen Flüelapass und Albulapass. Startpunkt ist Davos, von wo es über das Walserhuus Sertig, die Kesch-Hütte SAC und die Es-cha-Hütte SAC nach Preda oder Bergün geht.

3. Tour du Mont-Blanc

Die Tour du Mont-Blanc umrundet das Mont-Blanc-Massiv auf rund 170 Kilometern durch Frankreich, Italien und die Schweiz. Sie zählt zu den bekanntesten Fernwanderungen Europas und wird in der Regel in elf Etappen bewältigt, sportlich in sieben bis neun Tagen. Highlights sind die Ausblicke auf den Mont-Blanc, die vielfältigen Landschaften von Almwiesen bis zu schroffen Felsformationen sowie die kulturellen Einblicke in drei Länder. Die beste Reisezeit liegt im Juli und August, mit ruhigeren Bedingungen in der zweiten Augusthälfte.

4. Walker’s Haute Route

Die Walker’s Haute Route verbindet zwei der bekanntesten Bergstädte der Alpen: Chamonix in Frankreich und Zermatt im Wallis. Sie beginnt am Mont-Blanc und endet am Matterhorn, führt über elf Bergpässe und misst rund 200 Kilometer. Bis Champex und über Trient folgt sie teils den Etappen der Tour du Mont-Blanc, verläuft dann aber nicht rundherum, sondern als Querung Richtung Osten. Eine anspruchsvolle Route für erfahrene Wanderer.

5. Tour des Muverans

Die Tour des Muverans ist eine Rundwanderung im Wallis abseits der ausgetretenen Pfade. Auf rund 54 Kilometern summieren sich etwa 4’300 Höhenmeter im Auf- und Abstieg bei einer reinen Gehzeit um 23 Stunden. Der Weg verläuft grösstenteils oberhalb von 2’000 m, erreicht über 2’600 m und fällt am tiefsten Punkt auf 1’230 m. In vier Tagen umrundet man den Grand Muveran über sechs Pässe und zahlreiche Berghütten, mit Blick auf die Walliser und Waadtländer Alpen, die Dents du Midi und den Mont-Blanc. Einstiege sind Pont de Nant, Derborence oder Ovronnaz.

6. Tour des Combins

Die Tour des Combins ist die ruhigere Alternative zur Tour du Mont-Blanc. Start und Ziel ist Bourg-Saint-Pierre nahe der schweizerisch-italienischen Grenze. Die Route umrundet das Massif des Combins, passiert grosse Seen und offene Hochflächen. Höchster Punkt ist der Col des Otanes auf 2’863 m. Die Tour ist in sieben Etappen gegliedert, für Erfahrene gibt es eine sechstägige Variante mit täglichen Auf- und Abstiegen bis 1’000 m. Übernachtet wird in Schweizer Hütten und italienischen Rifugios.

7. Vier-Quellen-Weg

Der Vier-Quellen-Weg, eröffnet 2012, führt durch die Kantone Uri, Graubünden, Tessin und Wallis und passiert die Quellen von Rhein, Reuss, Ticino und Rhone. Auf fünf Tagesetappen legt man rund 82,8 Kilometer und über 4’000 Höhenmeter zurück. Start ist Andermatt, das Ziel der Furkapass. Unterwegs erwarten Wanderer klare Bergseen und sprudelnde Bäche in hochalpiner Umgebung.

8. Tell-Trail

Der Tell-Trail verbindet Natur und Geschichte auf mehreren Etappen durch die Zentralschweiz. Von Luzern entlang des Vierwaldstättersees nach Altdorf, weiter durchs Reusstal nach Engelberg, über Melchsee-Frutt nach Meiringen und schliesslich nach Brienz. Die Schlussetappe bietet weite Ausblicke auf den Brienzersee und die umliegenden Gipfel. Eine abwechslungsreiche Tour, die alpine Landschaften mit der Sagenwelt rund um Wilhelm Tell verknüpft.

9. Europaweg

Der Europaweg gehört zu den spektakulärsten Höhenwegen des Wallis. Auf rund 31 Kilometern verbindet er Grächen mit Zermatt und wird meist in zwei Tagen begangen, mit Übernachtung auf der Europahütte. Der Schwierigkeitsgrad reicht von mittel bis schwer, einzelne Passagen sind ausgesetzt. Besonderes Highlight ist die Charles-Kuonen-Hängebrücke, eine der längsten Fussgänger-Hängebrücken der Alpen. Gute Vorbereitung, Trittsicherheit und ein Blick auf die Wetterprognose sind hier Pflicht.

10. Saas-Fee Panorama-Höhenweg

Der Panorama-Höhenweg im autofreien Saas-Fee im Wallis führt auf rund 19 Kilometern durch eindrückliche Gletscherlandschaft. Vom Ausgangspunkt auf 1’792 m steigt der Weg bis zur Rote Biel auf 2’288 m, insgesamt sind rund 1’450 Höhenmeter und etwa 8,5 Stunden Gehzeit zu bewältigen. Der Weg verläuft über den Senggboden und die Stafelalp mit ihren Steinböcken bis zum Bockwang. Spektakuläre Ausblicke auf die Mischabelgruppe inklusive.

Fazit

Die Schweizer Alpen bieten eine unvergleichliche Vielfalt an Höhenwegen, von atemberaubenden Bergpanoramen über stille Täler bis zu mächtigen Gletschern. Anfänger, Familien und erfahrene Bergsteiger finden hier ihre Route. Wer mehr über die einzelnen Regionen erfahren möchte, findet weiterführende Tipps zu Graubünden, zum Wallis und zur Region Uri-Andermatt.

Beste Reisezeit für die meisten Höhenwege ist Juni bis September, wenn die Wege schneefrei und die Hütten geöffnet sind. Empfehlenswert sind feste Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung, ausreichend Verpflegung sowie Karte oder GPS. Berghütten entlang der Routen sollten in der Hochsaison frühzeitig reserviert werden.